Der Rendlesham-Vorfall von 1980: Britanniens Roswell
US-Soldaten meldeten ein leuchtendes Objekt im Wald. Zwei Nächte später ging der stellvertretende Kommandant des Stützpunkts selbst in den Wald und nahm den Moment auf einer Kassette auf. Und dieser Bericht wurde später als offizielles Dokument veröffentlicht.
Was sich zu Weihnachten 1980 im Rendlesham-Wald in Suffolk, England, ereignete, wird oft „Britanniens Roswell“ genannt. Es ist der bekannteste UFO-Fall außerhalb der USA — und entscheidend ist, dass die Zeugen keine Zivilisten waren, sondern geschulte Militärangehörige, und dass er das ungewöhnliche Erbe einer Echtzeitaufnahme des stellvertretenden Kommandanten und eines offiziellen Memos hinterließ.
Die frühen Stunden nach Weihnachten
Gegen 3 Uhr am 26. Dezember 1980 sahen Soldaten, die das Osttor von RAF Woodbridge bewachten — einem von der US-Luftwaffe genutzten britischen Stützpunkt —, seltsame Lichter im nahen Rendlesham-Wald. Zunächst dachten sie an einen Flugzeugabsturz, und mehrere gingen hinein. Einer von ihnen war Sergeant Jim Penniston, der den Fall später öffentlich machte.
Penniston sagte aus, auf einer Waldlichtung ein kleines, dunkles, dreieckiges Objekt gesehen zu haben. Seine Oberfläche sei glatt gewesen, seine Seite habe Zeichen wie Hieroglyphen getragen, und er behauptete, er habe sie mit der Hand berührt. Kurz darauf schoss das Objekt in einem Lichtblitz davon. Am nächsten Tag fanden die Männer drei Vertiefungen im Boden und abgebrochene Äste.
Der stellvertretende Kommandant geht in den Wald
Die Geschichte endete hier nicht. In der Nacht des 28. Dezember kehrte der stellvertretende Kommandant, Lt. Col. Charles Halt, mit mehreren seiner Männer in den Wald zurück. Skeptisch gegenüber den Berichten, nahm Halt ein kleines Kassettengerät mit, um die Szene festzuhalten.
Doch während der Untersuchung sah auch Halts Gruppe bewegte Lichter am Himmel und zwischen den Bäumen. Das Band, auf dem er den Moment aufnahm, hält fest, wie er und seine Männer die Lichter in Echtzeit mit erschrockenen Stimmen beschreiben. Sie notierten zudem höhere Strahlungswerte als normal an der Stelle, wo das Objekt gewesen sein soll.
Im Archiv bewahrt
Der entscheidende Grund, warum sich dieser Fall von unzähligen Sichtungen unterscheidet, ist der offizielle Nachweis. Im Januar 1981 verfasste Lt. Col. Halt ein kurzes Memo, das die Ereignisse zusammenfasste, und schickte es an das britische Verteidigungsministerium. Dieses Dokument — das „Halt-Memo“ — wurde 1983 in den USA nach dem Informationsfreiheitsgesetz freigegeben und wurde als ein von einem hohen Offizier signiertes offizielles UFO-Dokument bekannt. Zusammen mit Halts Sprachaufnahme wurde Rendlesham zu einem Fall, der „Beweise hinterließ“.
Die Erklärung der Skeptiker
Die Gegenargumente sind gewichtig. Die führende Erklärung ist der Leuchtturm Orford Ness an der nahen Küste. Vom Wald aus könnte sein rotierender Strahl zwischen den Bäumen aufblitzen und wie ein tiefes, bewegtes Objekt wirken. Es gibt zudem einen Beleg, dass in den frühen Stunden des 26. Dezember ein heller Feuerball-Meteor über die Region zog, was das anfängliche „fallende Licht“ erklären könnte. Auch das Funkeln eines hellen Sterns, von müden Augen übertrieben, wurde vorgeschlagen.
Was ist die Wahrheit?
Physische Beweise für ein außerirdisches Raumschiff wurden nie bestätigt. Die Erklärungen mit Leuchtturm und Feuerball sind weitgehend überzeugend, erklären aber nicht bruchlos alles, was Penniston beschrieb — ein dreieckiges Objekt, das er berührte, oder die Strahlungswerte. Umgekehrt haben sich die Aussagen der Zeugen über die Jahrzehnte etwas verändert, was den Vorwurf einer rekonstruierten Erinnerung nährt.
Entscheidend ist, zwei Dinge zu trennen. Dass geschulte Soldaten etwas sahen und ein stellvertretender Kommandant es in einem offiziellen Dokument festhielt, ist eine Tatsache. Dass es ein außerirdisches Raumschiff war, ist eine unbewiesene Behauptung. Der Rendlesham-Vorfall bleibt in der Spannung zwischen beiden bis heute einer der am aktivsten diskutierten UFO-Fälle.
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