Das Nimitz-Tic-Tac-UFO: Was die US-Marine 2004 sah
Ein erfahrener Kampfpilot sah etwas, das ihm in Jahrzehnten des Fliegens noch nie begegnet war. Das Radar verfolgte es. Infrarotkameras filmten es. Und doch gilt es bis heute offiziell als „unidentifiziert“.
Im November 2004 führte die Trägergruppe der USS Nimitz vor der Küste Südkaliforniens eine Routineübung durch. Was in diesen Tagen geschah, wurde später zum Ausgangspunkt der modernen Debatte über UAP — unidentifizierte Luftphänomene. Das hochmoderne SPY-1-Radar an Bord des Kreuzers USS Princeton erfasste immer wieder Objekte, die dort schlicht nicht sein durften.
Zwei Wochen unerklärlicher Radarkontakte
Fast zwei Wochen lang beobachteten die Radaroperatoren der Princeton seltsame Objekte. Sie erschienen in rund 24.000 Metern Höhe und stürzten binnen Sekunden Richtung Meeresoberfläche — ein Sinkflug, den kein bekanntes Flugzeug überstehen würde. Zunächst vermutete die Besatzung einen Radarfehler und kalibrierte das System neu. Die Kontakte blieben.
Am 14. November wurden zwei bereits in der Luft befindliche F/A-18 Super Hornets zum Abfangen geschickt. Eine davon flog Commander David Fravor, der die Geschichte später öffentlich machte.
„Es sah aus wie ein weißes Tic Tac“
Am Ort angekommen, sah Fravor etwas Bizarres: Unter ihm schäumte das Meer weiß, als würde etwas dicht unter der Oberfläche es aufwühlen. Darüber schwebte ein glattes weißes Objekt von etwa zwölf Metern Länge — ohne Flügel, ohne Abgasstrahl, ohne Rotor. Er beschrieb seine Form später als „wie ein Tic Tac“, und der Spitzname blieb am Fall haften.
Als Fravor tiefer ging, um sich zu nähern, schien das Objekt auf ihn zu reagieren und spiegelte seine Bewegungen. Als er darauf zudrehte, beschleunigte es und verschwand augenblicklich — ohne sichtbaren Antrieb und ohne Überschallknall. Sekunden später meldete das Radar, es sei an seinem ursprünglichen Wartepunkt rund 96 Kilometer entfernt wieder aufgetaucht.
Nicht nur Aussagen — die Sensoren zeichneten es auf
Was diesen Fall von unzähligen UFO-Geschichten unterscheidet, ist die Aufzeichnung durch mehrere unabhängige Sensoren. Das SPY-1-Radar der Princeton verfolgte die Flugbahn. Eine zweite F/A-18 filmte das Objekt später mit ihrem ATFLIR-Infrarotpod — heute bekannt als „FLIR1“. Und mehrere geschulte Beobachter, nicht nur Fravor, sahen es direkt.
Dreizehn Jahre später der Welt enthüllt
Der Vorfall blieb bis 2017 in militärischen Kanälen, als die New York Times über ein geheimes Pentagon-UFO-Programm, das AATIP, sowie die Nimitz-Aufnahmen berichtete. 2020 bestätigte das Verteidigungsministerium offiziell, dass die drei Videos, darunter FLIR1, echt seien und unidentifizierte Phänomene zeigten. 2021 veröffentlichte die ODNI einen vorläufigen UAP-Bericht, und 2022 wurde mit dem AARO eine ständige Untersuchungsstelle gegründet.
Also — waren es Außerirdische?
Die ehrliche Antwort: Es gibt keine Belege für außerirdischen Ursprung. Skeptiker verweisen auf optische Artefakte der Kamera, falsch eingeschätzte Entfernungen und Geschwindigkeiten oder unbekannte Versuchstechnik. Piloten entgegnen, dass keine dieser Erklärungen zu den Manövern passt, die sie mit eigenen Augen sahen. Entscheidend ist: Keine Seite hat ihren Fall bewiesen. Das AARO hat viele Sichtungen als Vögel, Ballons, Drohnen oder Flugzeuge aufgeklärt — doch das Nimitz-Tic-Tac bleibt ungeklärt. „Unidentifiziert“ heißt nicht außerirdisch; es heißt nur, dass wir es noch nicht wissen.
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